Bandscheibenvorvall der Halswirbelsäule (HWS)

Beschwerden und Symptome

Bandscheibenerkrankungen der Halswirbelsäule bzw. HWS führen zu einem sogenannten Wurzelkompressionssyndrom. Dazu gehören typischerweise:

  • Schmerzen im Bereich von Nacken und Schultern
  • einschießende Schmerzen in Arm und Hand (Cervikobrachialgie)
  • Kopfschmerzen (Zervikocephalgien)
  • Verspannung der Nackenmuskulatur mit Steifhaltung des Halses
  • Bewegungseinschränkung der Halswirbelsäule
  • Missempfindungen (Taubheitsgefühl), Sensibilitätsstörungen
  • Schwäche einzelner Muskeln (Reflexausfälle, Lähmungserscheinungen)

Große Bandscheibenvorfälle oder ausgeprägte knöcherne Veränderungen der Wirbelkörper können den Spinalkanal einengen, was zu einer Druckschädigung des Rückenmarks (cervikale Myelopathie) mit folgenden Symptomen führen kann:

  • Gangstörungen/Gangunsicherheit (Ataxie)
  • Störung der Feinmotorik an den Händen
  • Schwäche an Armen und Beinen
  • Querschnittssyndrome unterschiedlicher Ausprägung

Operative Therapie

Wenn sich Ihre Beschwerden durch konservative Maßnahmen nicht lindern lassen, sollte eine Operation in Erwägung gezogen werden, um Ihre Lebensqualität wieder herzustellen. Beim Vorliegen einer cervikalen Myelopathie ist eine operative Intervention erforderlich, um eine fortschreitende Druckschädigung des Rückenmarks zu verhindern.

Der mikrochirurgische Eingriff erfolgt in Vollnarkose von der vorderen Halsseite aus. Zunächst wird die defekte Bandscheibe entfernt. Nun können die nervalen Strukturen unter dem Operationsmikroskop dargestellt und dekomprimiert werden. Dies ist der wichtigste Schritt, um Ihre Beschwerden zu beheben.

Anschließend wird ein Implantat (Cage oder Vollprothese) als Platzhalter in den Zwischenwirbelraum eingesetzt.

Über den Ablauf, die Chancen und Risiken einer Operation werden wir Sie individuell und ausführlich aufklären. Nachuntersuchungen erfolgen sechs Wochen sowie drei Monate nach dem Eingriff in unserer Praxis.

Alternativen zur Operation

Konservative Therapie

Medikamente, Muskelaufbau und Verspannungslockerung mittels Krankengymnastik, Physiotherapie, Bewegungssport wie Walking, Jogging, Rückenschwimmen, eher kein Einrenken oder Massagen.

MRT-Bild transversal:

Ausgedehnter Bandscheibenvorfall mit Einklemmung des Rückenmarks in Höhe C5/6